Wirkstoffe

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Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 07/2010

Zanamivir

Produktnamen:
  • Relenza ®
  •  

Zanamivir ist ein selektiver Hemmstoff der Neuraminidase, des Enzyms, das sich auf der Oberfläche des Influenza-Virus befindet. Aufgrund geringer oraler Bioverfügbarkeit muss es inhaliert werden. Dabei werden hohe Konzentrationen im Respirationstrakt erreicht. Die systemische Verfügbarkeit liegt zwischen 4 und 20%.

Neuraminidasehemmer haben allenfalls einen geringfügigen Einfluss auf Schwere und Dauer einer Grippeerkrankung.

Indikation: Influenza

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: GERING

1. Trimenon: Tierexperimentell war Zanamivir nicht fruchtschädigend. Die wenigen bisherigen Expositionen in der Schwangerschaft haben ein teratogenes Risiko nicht erkennen lassen. Trotz der geringen Erfahrungen erscheint ein nennenswert erhöhtes Fehlbildungsrisiko aufgrund der niedrigen systemischen Arzneimittelkonzentration wenig wahrscheinlich.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Ein fetotoxisches Risiko erscheint unwahrscheinlich.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Wenn es notwendig und sinnvoll ist, können auch Schwangere ggf. antiviral behandelt werden. Die antivirale Therapie sollte vor Ablauf von 48 Stunden nach Symptombeginn gestartet werden. Eine notwendige Behandlung soll mangels vorliegendem Testergebnis nicht vorenthalten werden, jedoch sollte im 1. Trimenon, wenn die klinische Situation es erlaubt, eine Diagnosestellung vor der Medikamenteneinnahme angestrebt werden. Eine prophylaktische Gabe von Zanamivir ist nicht indiziert. Im Einzelfall kann eine Postexpositionsprophylaxe nach Kontakt mit einem Influenza-Erkrankten im engen familiären Umfeld erwogen werden. Ob die Indikation für eine antivirale Therapie bei einer Schwangeren mit schweren Vorerkrankungen großzügiger gestellt werden sollte, muss individuell entschieden werden. Bei Schwangeren mit vorbestehenden Atemwegserkrankungen oder deutlich eingeschränkter Atemfunktion in fortgeschrittener Schwangerschaft ist Oseltamivir vorzuziehen.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Nach Therapie im 1. Trimenon sollte die normale Entwicklung des Feten mittels sonographischer Feindiagnostik kontrolliert werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Oseltamivir

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 2,6-5,05 h; Proteinbindung: <10%; molare Masse: 332; orale Bioverfügbarkeit: 2%.

Klinik: Symptome bei gestillten Kindern erscheinen aufgrund der geringen oralen Bioverfügbarkeit extrem unwahrscheinlich.

Empfehlung: Wenn Zanamivir indiziert ist, darf darunter uneingeschränkt gestillt werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

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Die Beratung ist kostenlos.