Wirkstoffe
Auswahlliste
Moxifloxacin gehört zu den sogenannten Gyrase-Hemmstoffen, die die bakteriellen Topoisomerasen, auch Gyrasen genannt, hemmen. Diese Enzyme werden von den Bakterien für ihre Nukleinsäure-Synthese gebraucht. Moxifloxacin wirkt bakterizid gegen fast alle Erreger von bakteriellen Atemwegsinfekten.
Indikation: Bakterielle Infektionen
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: GERING
1. Trimenon: Mehrere Veröffentlichungen zu verschiedenen Gyrasehemmern, darunter eine prospektive Studie mit über 700 exponierten Schwangeren, wiesen kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach. Allerdings wurden nur wenige Schwangere mit Moxifloxacin einbezogen. Knorpelschäden, wie im Tierversuch bei jungen Hunden nach postpartaler Behandlung gesehen, wurden bei intrauterin exponierten Kindern nicht beobachtet.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko von Gyrasehemmern.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Moxifloxacin ist ein Reservemittel in der Schwangerschaft. Es sollte nur nach Prüfung besser geeigneter Alternativen eingesetzt werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine bereits erfolgte Therapie mit Moxifloxacin in der Schwangerschaft stellt weder einen Grund für invasive Diagnostik dar noch für einen risikobegründeten Abbruch der Schwangerschaft. Eine sonographische Feindiagnostik sollte nach Behandlung im 1. Trimenon empfohlen werden.
Besser erprobte Alternativen: Penicilline, Cefalosporine und Makrolide sind zu bevorzugen. Falls ein Gyrasehemmer zwingend erforderlich ist, sollten die besser untersuchten Mittel dieser Gruppe, z.B. Norfloxacin oder Ciprofloxacin, bevorzugt werden.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 12 h; Proteinbindung: 40-50%; molare Masse: 437; orale Bioverfügbarkeit: >90%.
Klinik: Die meisten gestillten Kinder haben keine Symptome. Insbesondere gibt es keine Knorpelschäden bei Säuglingen, deren Mütter unter Gyrasehemmstoffen gestillt haben. Im Einzelfall kann es zu dünnerem Stuhlgang, selten zu Durchfall kommen.
Empfehlung: Penicilline, Cefalosporine und Makrolide sind zu bevorzugen. Falls es das Keimspektrum erfordert, kann auch unter Gyrasehemmern gestillt werden. Da Ciprofloxacin aus dieser Gruppe am besten für die Stillzeit erprobt ist, sollte es möglichst bevorzugt werden.
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