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Stand: 06/2008

Malaria und Malariaprophylaxe

Synomyme oder assoziierte Erkrankungen:

  • (k. A.)

Malaria ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Welt. In Deutschland werden jedes Jahr 1000 Fälle nach Tropenreisen gemeldet. Man unterscheidet drei Formen, wobei Malaria tropica, durch Plasmodium falciparum verursacht, die schwerste Form ist und mit einer hohen Letalität einhergeht. Malaria tertiana (Erreger: Plasmodium vivax und Plasmodium ovale) und Malaria quartana (Erreger: Plasmodium malariae) verlaufen meist gutartig. Durch zunehmende Resistenzentwicklungen und neue Präparate zur Behandlung ist es schwierig, generelle Empfehlungen für eine Malariaprophylaxe oder -therapie zu geben. Eine individuelle Beratung vor einer Reise in Malariagebiete, z.B. in Tropeninstituten, ist empfehlenswert.
Unbedingt sollte versucht werden das Expositionsrisiko gegenüber den Mücken zu reduzieren (lange Kleidung, Moskitonetzte, Repellents). Für eine medikamentöse Prophylaxe sind unter anderem Reiseverhalten, Dauer des Aufenthaltes und vor allem die lokale Resistenzsituation entscheidend. Auch eine medikamentöse Prophylaxe birgt keinen 100% igen Schutz. Sie muss nach der Rückreise für bis zu 4 Wochen weitergenommen werden. In bestimmten Fällen wird die Mitnahme einer so genannten Standby-Therapie empfohlen, bei der für den Bedarfsfall Medikamente zur Verfügung stehen, aber keine Prophylaxe eingenommen wird.
Die Therapie bei Malaria ist abhängig von der Form der Malaria, insbesondere dem Schweregrad, dem Infektionsgebiet und von einer eventuell durchgeführten Prophylaxe. Vor allem die Therapie der Malaria tropica ist schwierig. Sie sollte wegen der hohen Letalität rasch und nach individueller Einschätzung von Spezialisten erfolgen.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Da die Empfänglichkeit gegenüber der Malariainfektion durch eine Schwangerschaft gesteigert wird, sollte der Aufenthalt in endemischen Gebieten möglichst vermieden werden. Falls eine Reise nicht zu umgehen ist, muss nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen erfahrenen Behandler der Einsatz von Chemoprophylaktika in Betracht gezogen werden. Auf keinen Fall sollte der Mutter eine medikamentöse Prophylaxe wegen einer Schwangerschaft vorenthalten werden.
Eine Schwangere mit Malaria muss umgehend und möglichst von Spezialisten behandelt werden. Neben einem erhöhten Letalitätsrisiko für die Mutter, kann die akute Malariainfektion auch eine Reihe von Effekten auf den Fetus haben. So kann es zur Fehlgeburt oder zum intrauterinen Fruchttod kommen. In mehreren Studien wurde auch ein vermindertes Geburtsgewicht beobachtet. Als Ursache hierfür wird eine Infektion der Plazenta angenommen. Ein transplazentarer Transfer von infizierten Erythrozyten zum Fetus und die Entwicklung einer kongenitalen Malaria sind dagegen selten.
Die Therapie richtet sich grundsätzlich, wie auch bei nicht schwangeren Patienten, nach Form, Schweregrad und Resistenzlage. Dabei sind für die Schwangerschaft besser untersuchte Mittel zu bevorzugen. Weniger gut untersuchte Wirkstoffe können bei einem zu erwartenden Vorteil aber ebenfalls eingesetzt werden. Die effektive Therapie der Mutter überwiegt bei weitem das potentielle Risiko für das ungeborene Kind.

Mittel der Wahl

Malariaprophylaxe: Chloroquin ist auf Grund umfangreicher Erfahrungen Mittel der Wahl für die Schwangerschaft, wenn nötig in Kombination mit Proguanil. Bei zu erwartender Chloroquinresistenz kann Mefloquin gegeben werden.

Malariatherapie: Bei Malaria tertiana und Malaria quartana wirkt meistens Chloroquin ausreichend. Bei Malaria tropica steht die Behandlung der Mutter im Vordergrund. Bei Chloroquinresistenz kann unter anderem mit Mefloquin therapiert werden. Bei komplizierter Malaria ist Chinin eine gute Option in der Schwangerschaft.

Sowohl für die Prophylaxe als auch für die Therapie gilt, dass bei nicht zu erwartender Wirksamkeit der oben genannten Mittel andere Wirkstoffe ebenfalls angewendet werden dürfen. Der zu erwartende Nutzen überwiegt bei dieser vital bedrohlichen Krankheit das potentielle Risiko für das ungeborene Kind.

Hinweis

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