Wirkstoffe
Auswahlliste
Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das als potentes Schmerzmittel bei chronischen Schmerzzuständen und in der Anästhesie eingesetzt wird. Es kann intravenös, epidural, oral und transdermal verwendet werden. Fentanyl ist plazentagängig.
Indikation: Chronische Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika behandelt werden können und einer längeren Behandlung bedürfen; als Narkoanalgetikum in der Anästhesie.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: MITTEL
1. Trimenon: Hinweise auf Teratogenität oder Embryotoxizität gibt es bisher nicht, systematische Studien zur Anwendung in der Frühschwangerschaft fehlen jedoch. Die Erfahrungen beschränken sich auf einige Dutzend dokumentierter Schwangerschaftsverläufe.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Fentanyl wird häufig epidural und intravenös in der Geburtshilfe eingesetzt und ist auch für die Mutter gut verträglich. Abhängig vom zeitlichen Intervall bis zur Entbindung muss beim Neugeborenen mit einer Atemdepression gerechnet werden. Bei Langzeitanwendung in der Schwangerschaft kann es außerdem zu Entzugssymptomen beim Kind kommen.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Fentanyl darf in allen Phasen der Schwangerschaft gegeben werden.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: keine. Bei Verabreichung kurz vor der Entbindung muss wie bei allen Analgetika vom Opiattyp mit einer Atemdepression beim Neugeborenen gerechnet werden.
Besser erprobte Alternativen: keine.
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: je nach Anwendung 3-12 h, Neugeborene: bis 17 h; Proteinbindung: 80%; molare Masse: 336; relative Dosis: 3%; orale Bioverfügbarkeit: 25-75%.
Klinik: Über toxische Wirkungen beim gestillten Säugling wurde bisher nicht berichtet.
Empfehlung: Fentanyl gehört zu den Opioidanalgetika der Wahl in der Stillzeit. Es sollte möglichst nur kurzzeitig angewendet werden. Wegen der atemdepressiven Wirkung ist bei Kindern mit Apnoeneigung besondere Vorsicht geboten.
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