Wirkstoffe

Auswahlliste

Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 08/2008

Amitriptylin

Produktnamen:
  • Amineurin ®
  • Saroten ®
  • Syneudon ®
  • und Generika

Trizyklische Antidepressiva blockieren die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin an adrenergen Nervenendigungen und wirken über den Anstieg dieser Neurotransmitterstoffe an spezifischen Rezeptoren. Prototyp der trizyklischen Antidepressiva ist das Imipramin mit dem aktiven Metaboliten Desipramin. Chemisch verwandt sind Clomipramin und Trimipramin. Nortriptylin ist ein aktiver Metabolit des Amitriptylin. Bei Amitriptylin überwiegen die dämpfenden Eigenschaften. Trizyklische Antidepressiva treten aufgrund ihrer hohen Lipidlöslichkeit rasch diaplazentar über.

Indikation: Depression

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon: Bei manchen Tierspezies erwiesen sich trizyklische Antidepressiva als teratogen. In den 70er und 80er Jahren wurden den klassischen Antidepressiva auch beim Menschen Fehlbildungen zugeordnet, darunter Extremitätenfehlbildungen, Herzfehler und Hypospadien. Jedoch konnte bei keinem der seit längerem gebräuchlichen Präparate der Verdacht auf teratogene Effekte bestätigt werden.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Wie bei allen psychotropen Medikamenten wurden auch bei trizyklischen Antidepressiva nach lang andauernder intrauteriner Exposition (bis zur Geburt) bei Neugeborenen Anpassungsstörungen bzw. Entzugssymptome beobachtet. Diese können sich u.a. als Zittrigkeit, Übererregbarkeit und Atemnotsyndrom äußern, Krampfanfälle sind sehr selten.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Amitriptylin gehört zu den Mitteln der Wahl bei pharmakologisch therapiebedürftiger Depression.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei Gabe von trizyklischen Antidepressiva bis zur Geburt müssen Anpassungsstörungen beim Neugeborenen bedacht werden. Daher sollte in den ersten Lebenstagen die Beobachtung des Kindes gewährleistet sein und die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Soweit klinisch vertretbar, kann mit der Patientin eine Reduktion bzw. auch das vorübergehende Absetzen des Antidepressivums vor der Entbindung vereinbart werden. Nach der Entbindung muss dann die Therapie in der erforderlichen Dosis sofort wieder aufgenommen werden.

Besser erprobte Alternativen: keine

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 10-20 h, Metabolite: 30-31 h; Proteinbindung: 94-97%; molare Masse: 277; relative Dosis: 1,9-2,5 %; M/P-Quotient: 1; orale Bioverfügbarkeit: 100%. Im kindlichen Plasma konnten weder Amitriptylin noch der Metabolit Nortriptylin nachgewiesen werden.

Klinik: Es wurden bisher keine Symptome bei gestillten Kindern beschrieben.

Empfehlung: Amitriptylin gehört zu den Antidepressiva der Wahl in der Stillzeit.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.