Wirkstoffe

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Erläuterung zur "Ampel"

Stand: 09/2008

Adalimumab

Produktnamen:
  • Humira ®
  •  

Adalimumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der IgG1-Antikörper und ein TNFα-Blocker. Es muss subkutan injiziert werden.

Indikation: rheumatoide Arthritis, Spondylitis ankylosans, Morbus Crohn, Psoriasis-Arthritis.

Erfahrungen in der Schwangerschaft

Erfahrungsumfang: MITTEL

1. Trimenon: Erfahrungen mit ca. 70 evaluierten Schwangerschaften haben bisher keine Teratogenität erkennen lassen. Eine solche erscheint aufgrund der großen Molekülmasse und des folglich wohl allenfalls geringen Übergangs während des 1. Trimenons auch unwahrscheinlich.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Zur Exposition im 2. und 3. Trimenon liegen nur einzelne Fallberichte vor. Als IG G1 monoklonaler Antikörper muss bei Adalimumab (wie bei anderen monoklonalen IG G Antikörpern) von einem nennenswerten diaplazentaren Übergang bei reiferer Plazenta durch einen aktiven Prozess ausgegangen werden. Ob dies kurz- oder längerfristige Auswirkungen haben kann, ist zurzeit noch nicht zu sagen. Theoretische Bedenken bestehen, da TNF-α eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Immunsystems spielt. Bei therapeutischer Gabe treten schwere Infektionen, opportunistische Infektionen und eine TBC (Reaktivierung) häufiger auf. Aufgrund der langen Halbwertszeit und Verweildauer im Körper könnte auch das Neugeborene besonders infektgefährdet sein.

Empfehlungen zur Schwangerschaft

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Adalimumab muss bei Kinderwunsch-Patientinnen nicht zwingend vor einer Schwangerschaft abgesetzt werden. Die Therapie in der späteren Schwangerschaft (ca. ab 20 Schwangerschaftswochen) sollte wohl begründeten Indikationen vorbehalten sein. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Eine sonographische Feinuntersuchung sollte nach Exposition während der Organogenese angeboten werden. Bei einer späteren Therapie sollten Schwangerschaft und Fetus engmaschig und sonographisch überwacht werden. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.

Besser erprobte Alternativen: Abhängig von der Indikation und Krankheitsaktivität, z.B. Prednison, Azathioprin.

Stillzeit

Pharmakokinetik: HWZ: 14 Tage; Proteinbindung: keine; Molekulargewicht: 148.000; orale Bioverfügbarkeit: gering.

Klinik: keine Erfahrungen. Die große Molekülmasse und geringe orale Verfügbarkeit lassen eine nennenswerte Aufnahme durch das Neugeborene unwahrscheinlich erscheinen. 

Empfehlung: Wenn therapeutisch vertretbar, sollten besser erprobte Substanzen bevorzugt werden.

Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell

Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

Auf diesem Wege können wir Sie auch individuell beraten, wenn Sie dies wünschen.

Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz.

Die Beratung ist kostenlos.