Wirkstoffe
Auswahlliste
Acetyldigoxin gehört zu der Gruppe der Herzglykoside. Der kardiale Effekt der Herzglykoside beruht auf einer Hemmung des Na/K-Ionen-Transportes und ist u.a. gekennzeichnet durch eine positiv inotrope, bathmotrope und eine negativ chronotrope, dromotrope Wirkung. Der Acetylrest verbessert die Resorption. Nach Deacetylierung in der Mucosazelle, liegt im systemischen Blutkreislauf ausschließlich Digoxin vor.
Wegen der geringen therapeutischen Breite der Herzglykoside ist eine sorgfältig überwachte Einstellung der individuellen Dosis notwendig. Alle Herzglykoside sind plazentagängig, die fetale Plasmakonzentration liegt unterhalb der mütterlichen. Allerdings scheint die Myokardempfindlichkeit beim Fetus geringer als beim Erwachsenen zu sein.
Indikation: Chronische Herzinsuffizienz, Therapie und Rezidivprophylaxe von paroxysmalen, supraventrikulären Tachykardien, Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern/-flattern.
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: MITTEL (für Herzglykoside insgesamt)
1. Trimenon: In 142 Schwangerschaften mit Herzglykosidtherapie im 1. Trimenon konnte keine erhöhte Fehlbildungsrate nachgewiesen werden. In einer anderen Studie wurden bei den Kindern von 24 Frauen, die in der gesamten Schwangerschaft Herzglykoside eingenommen hatten, ebenfalls keine vermehrten Fehlbildungen gesehen.
2.-3. Trimenon / Perinatal: Herzglykoside werden erfolgreich zur Therapie von maternalen oder fetalen Arrhythmien sowie bei unklarem fetalen Hydrops eingesetzt. In therapeutischer Dosierung sind bisher keine negativen Auswirkungen auf den Fetus berichtet worden. Bei einer mütterlichen Digitalis-Intoxikation kann jedoch auch der Fetus mitbetroffen sein. Während der letzten Wochen der Schwangerschaft kann der Glykosidbedarf ansteigen, so dass regelmäßige Spiegelkontrollen bei der Schwangeren empfohlen werden. Nach der Geburt ist dagegen häufig eine Dosisreduzierung angezeigt.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Herzglykoside können in der Schwangerschaft bei Herzinsuffizienz und als Antiarrhythmika bei Mutter oder Fetus eingesetzt werden. Bei fetalen Tachykardien sind sie Antiarrhythmika der 1. Wahl.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei längerfristiger mütterlicher Therapie ggf. Kontrolle der fetalen Herzfrequenz.
Im Falle einer mütterlichen Digitalisintoxikation während der Schwangerschaft nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, um individuell das Risiko abzuschätzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Eine individuelle Beratung können Sie über den Online-Fragebogen anfordern. Sie können uns aber auch anrufen. Hier finden Sie Angaben zum Datenschutz. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
Besser erprobte Alternativen: keine
Stillzeit
Pharmakokinetik: HWZ: 36 h; Proteinbindung: 20-30%; molare Masse: 823; relative Dosis: 2,6%; Prozent der therapeutischen Säuglingsdosis: ca. 3% von 10µg/kg/d; M/P-Quotient: 0,8; orale Bioverfügbarkeit: 60-80%. Bei 250 µg/d Dauermedikation kein Digoxin im Säuglingsplasma messbar.
Klinik: Bisher wurden keine Symptome bei gestillten Säuglingen, deren Mütter Digoxin einnehmen, berichtet. Die aufgenommene Menge durch den Säugling ist in der Regel so gering, dass keine Symptome erwartet werden.
Empfehlung: Unter einer Digoxin-Therapie der Mutter kann gestillt werden. Sollte eine i.v.-Gabe von Digoxin erforderlich sein, könnte durch z.B. eine Stillpause von 2 Stunden die Aufnahme von Digoxin durch das Kind gering gehalten werden.
Wir brauchen Ihre Angaben und beraten Sie individuell
Da an Schwangeren grundsätzlich keine randomisierten Studien durchgeführt werden dürfen, beruhen Kenntnisse zur Sicherheit von Medikamenten und letztlich auch die Qualität dieser Internetseite auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.
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